Review Far Cry New Dawn

Noch nicht mal ein Jahr ist es her, seit Ubisoft das letzte Far Cry auf uns losgelassen hat und nun ist mit Far Cry New Dawn bereits der Nachfolger am Start. Nach den Geschehnissen in Far Cry 5 verschlägt es uns zurück in ein grafisch runderneuertes, von einem Atomschlag verwüstetes Hope County. Wie es nun in der postapokalyptischen Welt aussieht und ob sich der Abstecher lohnt, lest ihr in unserem Testbericht.

Anstatt in eine komplett neue Spielewelt, verschlägt es uns in Far Cry New Dawn wieder nach Hope County. Diesmal jedoch 17 Jahre nach Ende des Vorgängers. Es lohnt sich, diesen gespielt zu haben, es ist aber nicht zwingend notwendig. Ohne zu viel zu verraten: Ein Atomschlag hat den idyllischen Landstrich verwüstet. Die Überlebenden kommen nach 17 Jahren aus ihren Bunkern und wollen wieder ein normales Leben führen. Wären da nicht die "Highwaymen", welche den Bewohnern das Leben zur Hölle machen. Angeführt werden sie von Mickey und Lou. Die beiden Zwillingsschwestern sind nicht ganz so verrückt wie frühere Far Cry Bösewichte, aber mindestens genau so gewalttätig. Auch der immer noch sprachlose Held macht bereits in der Introsequenz diese unschöne Erfahrung und kann sich nur mit Mühe in die Hauptbasis der Überlebenden retten. Um gegen die übermächtigen Highwaymen eine Chance zu haben gilt es nun, eine eigene Basis auf- und auszubauen. Da Geld keine Rolle spielt, sind wir auf Ethanol angewiesen. Dieses finden wir in Lastern, die durch die Gegend fahren oder in feindlichen Basen, die wir überfallen und plündern. Mit dieser Ressource lassen sich die verschiedenen Bereiche, wie die Werkbank oder die Krankenstation, ausbauen. Ausserdem müssen wir ein paar Experten finden, die für bestimmte Bereiche von Nutzen sind. Also raus aus der Basis und rein in die Wildnis.

Wer bei Endzeitshootern an eine karge Landschaft denkt (so wie ich), wird überrascht sein: Die Tiere und Pflanzen haben die Welt zurück erobert und sie sieht bunter denn je aus. Felder voll farbiger Pflanzen und glasklares Wasser verschönern die Landschaft. Das einzige was noch fehlt sind fliegende Einhörner. Darauf wurde wohl bewusst verzichtet - ein Einhorn-Gefährt gibt es trotzdem. Zu der sonst schon bunten Spielwelt kommen die pinken Graffitis der Highwaymen. Wer den Vorgänger bereits gespielt hat, wird immer wieder auf bekannte Orte treffen, welche sich natürlich über die Jahre verändert haben. Dadurch macht das Entdecken auch ein zweites Mal Spass. Die Karte ist aber nicht mehr so gross wie im Vorgänger. Einige bekannte Charaktere wird man ebenfalls wieder treffen. Unter anderem gibt es ein Wiedersehen mit Joseph Seed, mit dem man es im letzten Teil noch als Oberschurke zu tun hatte. Mehr möchte ich aber nicht verraten.

Ansonsten ist (leider) vieles beim Alten geblieben. Im Waffenarsenal gibt es - bis auf den Sägeblattwerfer - die üblichen Verdächtigen. Wieder lassen sich die Schiesseisen auf verschiedene Varianten umbauen. Neu haben alle Waffen und Gegner einen Level, wie man ihn aus Rollenspielen kennt, wenn auch nur bis Stufe 4. Das System erinnert an die letzten beiden Assassin's Creed Teile. Treffen wir auf einen Gegner mit höherem Level, kann es gut sein, dass wir keine Chance haben und selber zuerst aufleveln müssen. Auch spielerisch kommt einem vieles bekannt vor. Es gilt wieder Gegnerbasen zu übernehmen oder zu plündern. Diesmal dürfen wir das sogar mehrmals machen, um jedes Mal noch mehr Loot zu ergattern. Die gefundenen Materialen investieren wir in Waffenverbesserungen und neue Fahrzeuge. Zwar gibt es wieder die Möglichkeit via Echtgeld Materialien zu kaufen, aber da man bereits nach einigen Spielstunden sehr viel freigespielt hat, kann man sehr gut darauf verzichten. Auch im Skilltree kommt man schnell voran, wenn man sich ins Zeug legt.

Die Kampagne ist etwas kürzer ausgefallen, aber wie gewohnt gut in Szene gesetzt, inklusive einiger schräger Typen, die man im Laufe des Abenteuers trifft. Bei einigen Dialogen fragte ich mich jedoch, was sich die Entwickler genau dabei gedacht haben. Aber sie passen meist zum eher schrägen Spielinhalt. Dass die ganze Spielwelt wieder mit jeder Menge Sammelkram gefüllt ist, sollte keine Überraschung sein. Dafür gibt es erneut Schatzsuchen, in denen man kleine aber gutgemachte Rätsel lösen muss, um an die Beute zu kommen. Auch der Koop-Modus wurde beibehalten. Der Kampagnenfortschritt wird jedoch abermals nur für den Host-Spieler gespeichert. Komplett neu sind die Expeditionen. Hier werden wir zu bekannten Orten wie Alcatraz oder dem Grand Canyon geflogen. Ziel in diesen Missionen ist es, in den weitläufigen Arealen einen Koffer zu finden und damit wieder zu verschwinden. Spätestens wenn wir diesen gefunden haben, werden die Gegner alarmiert und wir müssen es lebend bis zum Abholpunkt schaffen. Die Expeditionen können mehrmals mit höherem Schwierigkeitsgrad und mehr Beute gespielt werden.

Neben diesen Ausflügen gibt es auch noch Arenakämpfe und Deathrace-typische Autorennen. Eine willkommene Abwechslung zum üblichen Far Cry-Alltag, die perfekt ins Endzeit-Setting passt. Nach gut 15 Spielstunden sollte man mit der Hauptstory durch sein. Vom Umfang her kommt New Dawn leider nicht an den grossen Vorgänger ran. Dafür werden Action- und Shooterfreunde während dem Aufenthalt in kunterbunten Hope County abermals gut unterhalten.

Fazit

Ich sage wie es ist: Natürlich hat es sich Ubisoft leicht gemacht, Teile von Far Cry 5 auszukoppeln und zu recyceln. Und natürlich möchte das Ergebnis als „neues Spiel“ deklariert werden und nicht als „Stand-alone-Addon“. Die Idee, bekannte Schauplätze neu zu entdecken und die Story des Vorgängers weiter zu erzählen, macht aber echt Laune. Dazu kommt eine farbenfrohe Spielwelt, die sich trotz bekannter Schauplätze frisch anfühlt. Natürlich hätte man mehr daraus machen können. Ein paar neue Waffen, abwechslungsreichere Gegnertypen und natürlich mehr Missionen und Storytwists würden bestimmt mehr Leute zum Kauf animieren. Unter dem Strich wird man aber während des Aufenthalts in Hope County immer gut unterhalten. Langweile kommt selten auf, da es immer wieder was zu tun und zu entdecken gibt. Und man darf nicht vergessen, dass der Preis entsprechend günstiger ist. Freunde des Vorgängers können hier bedenkenlos zugreifen und auch alle anderen Shooterfans sollten auf jeden Fall einen Blick riskieren. Eine Apokalypse sah selten so farbenfroh aus.

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Spieler offline
1
Spieler online
2
Release
02/2019
Format
PAL
Genre
FPS
Studio
Ubisoft
Publisher
Ubisoft
Offizielle Webseite
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Autor

Stephan Eggenberger

(G)net Score

84

 

Graphics
92
Sound
86
Gameplay
86
Umfang
87

(G)community Score

0

 

Graphics
0
Sound
0
Gameplay
0
Umfang
0

Positiv


  • bekannte Orte aus dem Vorgänger neu entdecken
  • farbenfrohe Spielwelt
  • durchgeknallte Charaktere
  • Gegner und Waffen haben nun einen Level

Negativ


  • immer noch kleine technische Probleme
  • immer noch ein sprachloser Held
  • kleinere Open-World

Altersfreigabe


PEGI-18

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