Review Jump Force

Das Mega-Crossover aus allen möglichen Shonen Jump Manga/Anime-Serien ist seit dem 15.02.2019 erhältlich, dies nachträglich zum 50 Jahre Jubiläum von Shonen Jump. Wer schon immer wissen wollte, ob Goku, Naruto oder doch Ruffy stärker ist, kann diese nun gegeneinander antreten lassen und es herausfinden. Ist dieses Spiel nur für Manga Nerds, frühere Anime Nachmittag-Schauer, oder doch für jedermann?

Das von Bandai Namco (u.A. Dark Souls, Tekken, Soul Calibur) entwickelte Spiel gesellt sich zu einer grossen Familie von erfolgreichen Videospielserien. Jump Force ist der Nachfolger von J-Stars Victory Vs+, welches auf PS3/4 und Vita im westlichen Markt anno 2015 erschien. Der Vorgänger verfügte über 39 spielbare Charaktere. Im neuen Jump Force sind es deren 42 mit 9 geplanten DLC Charakteren, welche zusätzlich CHF 35.- kosten.

Bei Jump Force handelt es sich um ein klassisches 1 Vs 1 “3D Beat ‘em up” in bester Unreal Engine 4 Grafik. Wie öfters heutzutage, führt man bis zu zwei Support Charaktere in den Kampf, welche fliessend im Kampfgeschehen ausgetauscht werden können. Die Charaktere sind querbeet aus dem Shonen Jump Universum. Die beliebtesten und bekanntestens Helden sind grösstenteils vertreten und somit ist für jeden was dabei.

Die Gruppe der Bösewichte (Frieza, Blackbeard uvm.), welche mit einer geheimen Kraft Menschen wie auch Helden kontrollieren, versuchen nun die Welt zu übernehmen. Aus noch unbekannten Gründen sind die Welten der Jump Universen und der Erde, wie wir sie kennen, kollidiert und teilweise fusioniert. Somit sind nun diverse Helden und Schurken auf unserem Heimatplaneten gestrandet. Es liegt nun an uns und der Jump Force, den Grund für dieses Debakel herauszufinden und die Welt wieder in den ursprünglichen, friedlichen Zustand zu bringen.

Zu Beginn des Spiels versucht Frieza, mit der Unterstützung der Venoms, eine Grossstadt dem Erdboden gleich zu machen. Dadurch wird der Spielercharakter gleich zu Beginn tödlich verwundet. Zum Glück hat die Jump Force den sogenannten Navigator dabei, welcher über ungeahnte Fähigkeiten verfügt. Um uns zu retten, wird ein Kubus eingesetzt und wir werden als Held wiederbelebt (“rekonstruiert”). Darauf folgt das Charaktererstellungstool. Dieses ist gewohnt gut, jedoch mit dem Makel, dass sich der Charakter, besonders das Gesicht, dauernd bewegt. Dieser Umstand erschwerte die Bearbeitung und Erstellung des Gesichts und dessen Details. Nach getaner Arbeit dürfen wir uns erstmals mit den Tutorials beschäftigen, was mir als Beat ‘em Up Anfänger doch sehr gelegen kam. Für Erfahrene Fighting-Game-Spieler wird das Kampfsystem wohl zu simpel sein, da es keine Combos wie in klassischen Beat ‘em ups bietet. Die 42 Charaktere fühlen und spielen sich annähernd gleich, was dem schlicht gehaltenen Kampfsystem geschuldet ist. Sie unterscheiden sich vorderhand nur in unterschiedlichen Schadensresistenzen, “Ultimate”-Fähigkeiten, sowie Lebens- und Angriffswerten. 

Ein grosses Manko des Spiels sind die andauernden, überall vorhandenen Ladezeiten. Vor einem Kampf vergehen rund 50 Sekunden bis zum Start. Nach dem Kampf freuen wir uns erneut auf 50 Sekunden Ladezeit, bis man wieder in der Lobby landet. Das Gleiche beim Re-Match. Wenn wir also eine Stunde spielen, verbringen wir locker bis zu 15 Minuten damit, den Ladebildschirm anzustarren. Das nervt auf Dauer ziemlich! 

Nach Tutorials und langen Ladezeiten dürfen wir uns für ein 3er Team entscheiden. Alpha, Beta und Gamma, die entsprechenden Leader sind natürlich Goku, Naruto und Ruffy. Die Teamwahl hat jedoch keine tragende Rolle, so wie es das Spiel uns glauben machen will. Das Spiel selbst macht durchaus Spass, fühlt sich gelungen an und die Steuerung ist griffig und schnell erlernt. Der Offline-2 Spielermodus unterscheidet sich nicht vom Einzelspielermodus, was Spielfluss und Ladezeiten betrifft. Mit einem Freund ist somit sicher ein bis zwei Stunden Spielspass garantiert. Zumindest bis alle Fähigkeiten und Charaktere ausprobiert sind, da Jump Force kaum über mehr Lernpotential verfügt.

Die Grafik, dank Unreal Engine 4, ist atemberaubend und die Effekte der einzelnen Fähigkeiten lassen einen immer wieder staunen. Verblüffend war auch, dass die Kleidung der Charaktere im Kampf zerfetzt oder verbrannt werden kann. Der Sound ist stimmig, passt zum Spiel und das Gesamtbild während den Kämpfen ist schlicht überwältigend. Die Ingame Cutscenes sind davon leider nicht betroffen. Dort sehen die Charaktere steif aus, wirken wie Plastikfiguren, mit ihren aufgeklebten Mündern. Leider sind es diese kleinen Details, die das Gesamtbild trüben. So auch die “Teleport”-Funktion in der Lobby. Wenn man sich an einem Ort teleportiert, schaut man nach dem Teleport immer in die entgegengesetzte Richtung. Ebenfalls genervt haben mich die in der Lobby verteilten Händler für Kleidungsstücke und Fähigkeiten. Bei jedem Besuch eines Händlers muss man immer eine 10-sekündige Ladezeit erdulden. Die zu erwerbenden Kleider werden nicht direkt am Charakter dargestellt. Es gibt auch einzelne Bekleidungen, die das Ablegen einer anderen Rüstungen oder eines Kleidungsstücks voraussetzen, sonst können sie nicht getragen werden. Dies erfährt man erst dann, nachdem man sich rund 20 Sekunden mit dem Laden des Charakteranpassungsbildschirm herumgeschlagen hat. So kauft man sich öfters Dinge, die man gar nicht anziehen kann.

Das Spiel wurde von uns übrigens mit einer Standard Xbox One getestet. Dort gab es nur seltene Ruckler. Auf einer Xbox One X sieht das Spiel etwas hübscher aus, dank 4k und HDR. Ruckler gibt es dort keine. Die Ladezeiten sind zwar auch etwas kürzer, aber immer noch viel zu lang! Der Online Spielmodus funktionierte übrigens mehrheitlich einwandfrei, mit gelegentlichen Lags. Dies kann aber auch an den Kontrahenten gelegen haben.

Fazit

Als begeisterter Gamer und gelegentlicher Anime-Schauer (Anime/Manga interessierter Gamer) freute ich mich extrem auf dieses Spiel. Leider ist es genau das: Ein Spiel für Manga/Anime Fans, nicht mehr und nicht weniger. Ich hatte auf eine Story oder Gameplay im Stil von “Naruto Rise of a Ninja” aus dem Jahr 2007 gehofft, was es bei Weitem nicht ist. Das Spiel in der jetzigen Fassung ist Dank den Ladezeiten bestenfalls knapp unterhaltend. Die Kämpfe spielen sich flüssig, sehen eindrucksvoll aus (wenn z.B. Naruto seinen Bijuu beschwört) und machen auch Spass. Die schlecht animierten, zum Teil unnötig und sich wiederholenden Ingame-Cutscenes (besonders die steifen Gesichter!) und die wenig packende Story helfen dem Spiel nicht im Geringsten. Mich selbst hat Jump Force enttäuscht. Es sieht zwar bombastisch aus, aber die langen Ladezeiten, lächerlichen Cutscenes und viele weiter kleinere Fehler sind echte Spielspass-Killer, bringen gar richtig Frust. Solltest du nicht mindestens die Hälfte der Charaktere und deren Animes/Mangas kennen, ist dies wohl weniger ein Spiel für dich.

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Spieler offline
2
Spieler online
2
Release
02/2019
Format
PAL
Genre
Fighting
Studio
Spike Chunsoft
Publisher
Bandai Namco
Offizielle Webseite
Click to visit

Autor

Dominic Bouvard

(G)net Score

65

 

Graphics
85
Sound
82
Gameplay
75
Umfang
65

(G)community Score

0

 

Graphics
0
Sound
0
Gameplay
0
Umfang
0

Positiv


  • Grafik und Animation während den Kämpfen sind ein Augenschmaus
  • viele beliebte Charaktere aus dem Jump-Universum

Negativ


  • dauernde, endlos lange Ladezeiten
  • emotionslose Charaktere in Cutscenes
  • reizlose und eintönige Story

Altersfreigabe


PEGI-12

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